Gewerkschaftspolitischer Austausch DGB Neujahrsbegegnung liefert politischen Ausblick für 2026

Am Freitag, 23. Januar 2026, bot das Foyer der Hauptverwaltung unserer Schwestergewerkschaft IG BCE einen würdigen Ort für die traditionelle Neujahrsbegegnung des DGB Stadtverbands Hannover. Hier sind wir mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch gekommen.

DGB Neujahrsbegegnung

27. Januar 2026 27. Januar 2026


Politische Gäste setzen ein Zeichen der Verbundenheit

Unter den Teilnehmenden waren auch in diesem Jahr zahlreiche Vertreter*innen der hannoverschen Politik, darunter Adis Ahmetovic, Maren Kaminski, Axel von der Ohe und Daniel Gardemin. Ihre Präsenz unterstreicht die enge Verbindung zwischen Gewerkschaften und Stadtgesellschaft – und die gemeinsame Verantwortung für gute Arbeits- und Lebensbedingungen in der Region.

Ute Neumann: „Beschäftigte verdienen Respekt statt Unterstellungen“

Die neue DGB-Regionsgeschäftsführerin Ute Neumann stellte in ihrer Begrüßung die aktuelle gesellschaftliche Stimmungslage in den Mittelpunkt. Sie kritisierte die verbreiteten Narrative über angeblich „zu teure, zu kranke oder zu faule“ Beschäftigte:

„Statt diese Vorwürfe täglich zu wiederholen, müssen endlich die tatsächlichen Probleme gelöst und die Chancen genutzt werden, die es in unserer Region gibt.“

Neumann forderte konkrete Investitionen – in Schulen, in bezahlbaren Wohnraum, in funktionierende Verkehrs- und Arbeitswege sowie in regionale wirtschaftspolitische Strategien. Diese seien notwendig, um die Lebenslage der Menschen spürbar zu verbessern.

Hauptrede von Dr. Ernesto Harder: Schwerpunkt sozialpolitischer Kahlschlag

Die zentrale Rede des Abends hielt Dr. Ernesto Harder, der gerade erst zum Vorsitzenden des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt gewählt wurde. In seinem Ausblick auf die gewerkschaftlichen Themen 2026 warnte er vor einem sich abzeichnenden sozialpolitischen Kahlschlag.

Harder betonte, dass Kürzungen in zentralen Bereichen wie Bildung, sozialer Infrastruktur und Arbeitsmarktpolitik nicht nur die Beschäftigten, sondern die gesamte gesellschaftliche Stabilität gefährden würden. Gewerkschaften müssten deshalb „laut, klar und solidarisch“ dagegenhalten – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.

Fotoaktion: Sichtbares Zeichen für soziale Gerechtigkeit

Ein weiterer Höhepunkt war die Fotoaktion, bei der sich die Gäste mit persönlichen Statements zur aktuellen Sozialpolitik positionieren konnten. Die große Beteiligung zeigte: Die sozialen Themen bewegen viele – und es gibt ein starkes Bedürfnis nach öffentlich sichtbarem Widerspruch gegen ungerechte politische Entwicklungen.

Ein Abend im Zeichen des Zusammenhalts

Die Neujahrsbegegnung bot Raum für Gespräche, Vernetzung und einen offenen Austausch darüber, wie Hannover und die Region den sozial-ökologischen Wandel gestalten können. Die politische Botschaft des Abends war deutlich:
Gute Arbeit, soziale Sicherheit und starke öffentliche Investitionen sind kein Luxus – sie sind Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt.