Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat positionieren sich Statement zu den Diskussionen über die Zukunft der Deutschen Messe AG

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG (DMAG) nehmen Stellung zum Artikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 27. Februar 2026 („Messestandort Hannover unter Druck: Mit privaten Investoren in die Zukunft?“).

Trubel auf einer Messe

2. März 2026 2. März 2026


Die in dem Artikel beschriebene wirtschaftliche Lage der DMAG sowie die Analyse der strukturellen Herausforderungen treffen nach unserer Auffassung grundsätzlich zu. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist seit Jahren angespannt, und die Bedeutung der Messe für die gesamte Region Hannover – von Wertschöpfung über Beschäftigung bis zu internationaler Sichtbarkeit – ist unbestritten. Die im Artikel thematisierte Umwegrendite und der daraus resultierenden Chancen für die Landeshauptstadt Hannover, spiegeln den wirtschaftlichen Faktor der DMAG wider. 

Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass die heutige Lage der DMAG auch Ergebnis politischer und unternehmerischer Entscheidungen ist, die gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter getroffen wurden. Unter der Verantwortung des damaligen niedersächsischen Finanzministers Reinhold Hilbers verweigerte das Land Niedersachsen im Dezember 2020 eine dringend erforderliche Eigenkapitalerhöhung für die DMAG. Während andere öffentliche Messegesellschaften – etwa in Köln, Nürnberg oder München – in der Pandemiezeit substanziell durch ihre Eigentümer unterstützt wurden, wurde in Hannover stattdessen ein Bankenplan durchgesetzt, der die DMAG zu umfangreichen Kreditaufnahmen und einer Rückzahlung bis 2027 verpflichtete. Gleichzeitig wurde ein Personalabbau von über 200 Beschäftigten vereinbart – zu einem Zeitpunkt, an dem andere Messegesellschaften nach den Pandemiejahren längst wieder Personal aufbauten. Hinzu kam die 2022 erfolgte Besetzung eines Vorstandsressorts für Finanzen und Personal, obwohl die DMAG gerade zu diesem Zeitpunkt zusätzlichen Sachverstand für Markt und Geschäftsentwicklung benötigte. Diese Fehlentscheidungen haben die wirtschaftliche Ausgangslage des Unternehmens nachhaltig erschwert und müssen in der aktuellen öffentlichen Debatte klar benannt werden. 

Es ist daher positiv hervorzuheben, dass in den vergangenen Monaten wesentliche Kurskorrekturen vorgenommen wurden. Die Bestellung eines weiteren Vorstandsmitgliedes mit expliziter Markt- und Vertriebskompetenz ebenso wie die marktorientierte Anpassung des Geschäftsverteilungsplans waren dringend notwendig und wurden von den Arbeitnehmervertretern seit Jahren eingefordert. Ebenso begrüßen wir, dass sich die Kommunikation zwischen Arbeitnehmerseite und dem Eigentümer Land Niedersachsen zuletzt deutlich verbessert hat – ein wesentlicher Schritt für eine konstruktive und verantwortungsvolle Weiterentwicklung des Unternehmens. 

Vor diesem Hintergrund unterstreichen wir, dass für eine zukunftsfähige Ausrichtung der Deutschen Messe AG weiteres Kapital unverzichtbar ist. Die im HAZ-Artikel zitierte Analyse der CDU zur Wettbewerbsfähigkeit des Messestandortes, zum Investitionsbedarf in Infrastruktur, Digitalisierung, Energiewirtschaft und Geländeentwicklung sowie zur notwendigen Modernisierung der Veranstaltungsangebote verdeutlicht diese Anforderungen noch einmal. Gleichwohl bleibt klar: Die Hauptverantwortung liegt bei den öffentlichen Eigentümern – der Landeshauptstadt Hannover und dem Land Niedersachsen. Die Belegschaft hat in den vergangenen Jahren durch erhebliche Einschnitte, Personalabbau und zusätzliche Belastungen bereits weit überdurchschnittlich zur Stabilisierung der DMAG beigetragen. Weitere Einschnitte zulasten der Beschäftigten dürfen nicht die Lösung sein. 

Damit Hannover auch künftig ein wettbewerbsfähiger internationaler Messestandort bleibt, braucht es jetzt entschlossenes Handeln und eine klare Willensbekundung der öffentlichen Eigentümer, die notwendigen Investitionen gemeinsam mit der Unternehmensführung auf den Weg zu bringen. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werden diesen Prozess weiterhin konstruktiv begleiten – mit dem Ziel, die Zukunft der DMAG und die Arbeitsplätze am Messestandort Hannover dauerhaft zu sichern.

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Dennis Olsen

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