Kritische Debatte bei der IG Metall Hannover Auftakt der Friedensreihe: Ingar Solty zur „inneren Zeitenwende“

Über 40 Teilnehmende diskutierten bei der ersten Veranstaltung der Friedensreihe der IG Metall Hannover mit dem Politikwissenschaftler Ingar Solty über die gesellschaftlichen Folgen der aktuellen Aufrüstungs- und Militarisierungspolitik.

Auftakt der Friedensreihe: Ingar Solty zur „inneren Zeitenwende“

Mit großem Interesse ist am Montag die Friedensreihe der IG Metall Hannover gestartet. Über 40 Teilnehmende folgten dem Vortrag von Ingar Solty zum Thema „Die innere Zeitenwende“ und beteiligten sich engagiert an der anschließenden Diskussion. Solty machte deutlich, dass die massiv gestiegenen Rüstungsausgaben in den Jahren 2022 und 2025 im Deutschen Bundestag ohne eine breite gesellschaftliche Debatte beschlossen wurden. Er verwies zudem darauf, dass die Forderung, Deutschland müsse sich vom „Sicherheitskonsumenten“ zum „Sicherheitsproduzenten“ entwickeln, bereits lange vor dem Krieg in der Ukraine in westlichen Gesellschaften diskutiert worden sei.

Besonders aus gewerkschaftlicher Perspektive sorgten Soltys Ausführungen zu den industriepolitischen und volkswirtschaftlichen Folgen der aktuellen Militarisierungslogik für gute Diskussionen. So stellte er unter anderem die Frage, wie viele Arbeitsplätze tatsächlich gesichert werden, wenn verstärkt auf „Panzer statt Autos“ gesetzt wird. Auch die Auswirkungen einer schuldenfinanzierten Aufrüstung – etwa ein möglicher Inflationsanstieg durch Güterverknappung – wurden kritisch beleuchtet. Der Abend zeigte eindrucksvoll: Die Debatte über Aufrüstung, Frieden und soziale Folgen gehört mitten in die Gesellschaft – und in die Gewerkschaften.

Ingar Solty ist Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Fellow des Instituts für kritische Theorie e. V. sowie Redakteur der Zeitschrift LuXemburg. Im April erscheint sein neues Buch „Innere Zeitenwende – Die Militarisierung des Alltags, von Wissenschaft und Kultur“, aus dem er zentrale Thesen bereits vorab in Hannover vorstellte.