Klares Zeichen für den Standort Laatzen Beschäftigte protestieren gegen weiteren Arbeitsplatzabbau bei Emerson – Aventics

Mit einer gemeinsamen Luftballonaktion im Rahmen einer Betriebsversammlung haben über 250 Beschäftigte am Standort Emerson – Aventics in Laatzen am 16. April ein deutliches Zeichen gesetzt.

Protest gegen Stellenabbau bei Emerson-Aventics


Sie protestierten gegen den fortgesetzten Arbeitsplatzabbau und forderten von Konzern und Geschäftsführung eine verbindliche Zukunftsperspektive für den Standort. 

330 rote Ballons, 15 grüne. Dieses Bild steht für die Stimmung am Standort nach Einzelgesprächen des Betriebsrats mit nahezu allen Beschäftigten. 330 Kolleginnen und Kollegen machen sich akute Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Nur eine sehr kleine Minderheit sieht derzeit keinen Anlass zur Sorge. Das ist ein deutliches Misstrauensvotum der Belegschaft. Wer als Unternehmen öffentlich den Anspruch erhebt, ein guter und verlässlicher Arbeitgeber zu sein, muss sich an der Realität vor Ort messen lassen – und die ist geprägt von Unsicherheit und Zukunftsangst. 

IG Metall und Betriebsrat fordern eine klare Kehrtwende der Unternehmenspolitik am Standort Laatzen. Konkret verlangen sie: 

  • den sofortigen Stopp weiteren Arbeitsplatzabbaus,
  • die konsequente Nutzung gesetzlicher und tariflicher Instrumente zur Beschäftigungssicherung,
  • den Ausbau und die Stärkung der Vertriebsstrukturen,
  • die Entwicklung und Produktion neuer Produkte am Standort Laatzen,
  • sowie einen Stopp der krankmachenden Leistungsverdichtung. 

Nach dem größeren Arbeitsplatzabbau 2023/24 mit Interessenausgleich und Sozialplan habe die Geschäftsführung öffentlich erklärt, diese Maßnahme sei abgeschlossen. Tatsächlich werden jedoch weiterhin in kurzen Abständen Arbeitsplätze abgebaut. Aus Sicht der Beschäftigten und der IG Metall handelt es sich dabei um einen schleichenden Abbau auf Raten.

„Arbeitsplatzabbau ist keine Strategie. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, alle gesetzlichen und tarifpolitischen Instrumente zu nutzen, um Arbeitsplätze zu sichern. Die Beschäftigten brauchen eine langfristige Zukunftsperspektive für den Standort Laatzen und keine tägliche Sorge davor, in den nächsten Wochen vielleicht ihren Arbeitsplatz zu verlieren“, erklärt Susanne Heyn, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Hannover. 

Auch der Betriebsrat sieht dringenden Handlungsbedarf:

„Die Beschäftigten haben heute deutlich gemacht, dass sie den schleichenden Abbau nicht länger hinnehmen. Was hier passiert, entzieht dem Standort Schritt für Schritt Know-how und Kompetenzen. Ohne stabile Beschäftigung gibt es keine Innovation und keine Zukunft für Laatzen“, sagt Michael Brozy, Betriebsratsvorsitzender von Emerson – Aventics in Laatzen. 

Hintergrund der Protestaktion ist der seit Jahren anhaltende Stellenabbau am Standort Laatzen. In den vergangenen zehn Jahren sind dort über 300 Arbeitsplätze verloren gegangen. Im Zukunftstarifvertrag vom Oktober 2023 haben sich die Geschäftsführung von Emerson – Aventics und die IG Metall jedoch ausdrücklich auf die dauerhafte Sicherung von mindestens 400 Arbeitsplätzen verständigt. Diese Zusage wurde im vergangenen Jahr zudem in einem gemeinsamen Strategiepapier von Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall bekräftigt. Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung verstößt die Geschäftsführung gegen die vereinbarten Zusagen.