Erinnerung als Auftrag für die Demokratie Gedenkveranstaltung am Seelhorster Friedhof

Am 6. April 2026 gedachten die IG Metall Hannover und die Landeshauptstadt Hannover gemeinsam auf dem Seelhorster Friedhof der Opfer nationalsozialistischer Verbrechen.

Gedenkveranstaltung am Seelhorster Friedhof

Im Mittelpunkt stand die Erinnerung an die Massenerschießungen von Zwangsarbeitern am 6. April 1945 – nur wenige Tage vor der Befreiung Hannovers durch britische Truppen. Die Gedenkveranstaltung wurde eröffnet von Sascha Dudzik, Erstem Bevollmächtigten der IG Metall Hannover, und Thomas Hermann, Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. In ihren Beiträgen erinnerten sie an die Verantwortung von Gewerkschaften und Kommunen, das Gedenken an die Opfer wachzuhalten und Lehren für die Gegenwart zu ziehen.

 In den Redebeiträgen wurde der historische Zusammenhang deutlich gemacht: Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 wurde die Demokratie in kürzester Zeit zerstört. Der Sturm auf das Gewerkschaftshaus in Hannover am 1. April 1933 – dem wenige Tage zuvor am Goseriedeplatz gedacht worden war – markierte einen frühen Angriff auf Gewerkschaften und demokratische Rechte und war Vorbote der folgenden Verbrechen.

 Am historischen Ort selbst wurde an die Zwangsarbeiter erinnert, die aus den Konzentrations- und Arbeitslagern in Hannover und Umgebung stammten, unter anderem aus Stöcken, Misburg, Limmer, Ahlem, Langenhagen und Mühlenberg. Unter menschenverachtenden Bedingungen zur Arbeit gezwungen, wurden viele Opfer von Gewalt, Hunger und Willkür. Insgesamt wurden auf dem Seelhorster Friedhof 386 Tote gefunden, darunter die 154 Zwangsarbeiter, die hier am 6. April 1945 erschossen wurden.

 Die Veranstaltung verband das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus mit einem klaren Appell für die Gegenwart. Erinnerungskultur, so die zentrale Botschaft, bedeutet, Demokratie als Grundvoraussetzung für Freiheit, Menschenrechte und ein gutes Leben aktiv zu verteidigen – gerade angesichts aktueller politischer Herausforderungen. Die IG Metall und die Landeshauptstadt Hannover danken allen Teilnehmenden, die mit ihrem Kommen ein Zeichen des Erinnerns, der Solidarität und des Engagements für Demokratie gesetzt haben.