Bei einer Stadtführung mit Stattreisen Hannover waren wir auf den Spuren von Frauen, die für ihre Rechte und die aller Frauen eingetreten sind, in der Innenstadt unterwegs und haben den Tag mit einem schönen Abendessen abgeschlossen.
Zum Internationalen Frauentag am Sonntag, den 8. März, weist die IG Metall Hannover auf die weiterhin gravierenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt hin. Besonders deutlich zeigen sich diese laut der Gewerkschaft bei Einkommen, Arbeitszeiten und der Verteilung von Sorgearbeit.
Susanne Heyn, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Hannover macht deutlich: „Durch die Teilzeitfalle verlieren alle! Frauen, die weniger arbeiten können als sie wollen, leiden unter geringeren Einkommen und höherer Belastung durch mehr Sorgearbeit. Betriebe müssen auf wertvolle Fachkräfte und ihre Innovationskraft verzichten. Bessere Betreuungsstrukturen bei Kindern und Pflege würden dem entgegenwirken und gehören dringend gestärkt!”
Ein Mittel gegen Ungleichheit: Tarifverträge
Die Ungleichheit im Einkommen von Männern und Frauen, auch bekannt als Gender Pay Gap, ist ein weiteres Thema, das die Gewerkschaft am Internationalen Frauentag in den Vordergrund rückt. Ein entscheidendes Mittel gegen diese Entgeltlücke sind Tarifverträge. In tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie beträgt der Unterschied aktuell 9 Prozent. In nicht tarifgebundenen Betrieben liegt sie mit 18 Prozent doppelt so hoch. „Jede Entgeltlücke zwischen gleich qualifizierten Beschäftigten ist unfair. Aber die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Tarifverträge fördern Gleichstellung, sichern faire und transparente Entgeltsysteme und verhindern geschlechtsspezifische Benachteiligung“, sagt Susanne Heyn.
Frauen in Deutschland verdienen über alle Branchen hinweg durchschnittlich 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Die Konsequenzen dieser Ungleichheit zeigen sich nicht nur in weniger Einkommen, sondern auch im deutlich höheren Risiko für Altersarmut bei Frauen.
Arbeitszeit: Teilzeit bleibt weiblich – und die Belastung hoch
Auch bei der Arbeitszeit sind Frauen meist schlechter gestellt. Zwar arbeiten Frauen strukturell, also im Beschäftigungsverhältnis weniger als Männer, wenn man aber Sorgearbeit wie Kindererziehung, Haushalt, Pflege miteinrechnet, arbeiten sie pro Woche mehr Stunden als Männer – nur tun sie dies gezwungenermaßen unbezahlt.
Laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichem Institut der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) entfallen auf erwerbstätige Frauen pro Woche über 54 Stunden Gesamtarbeitszeit, davon fast die Hälfte unbezahlt, während Männer 53 Stunden arbeiten – überwiegend bezahlt. Insbesondere mit Kindern steigt die Gesamtbelastung von Frauen auf über 60 Wochenstunden, wovon 61 Prozent unbezahlte Sorgearbeit sind. Diese Ungleichverteilung, insbesondere in der Verteilung der Sorgearbeit, wirkt sich direkt auf Einkommen und langfristige Absicherung aus: Nur 47 Prozent der Frauen, aber 73 Prozent der Männer können ihre Existenz langfristig aus eigenem Erwerbseinkommen sichern.
„Arbeitszeit ist ein Schlüsselfaktor für Gleichstellung und Unabhängigkeit von Frauen“, so Susanne Heyn weiter. „Beschäftigte brauchen planbare, gerechte Arbeitszeiten, egal ob Frauen oder Männer – und dafür braucht es Mitbestimmung und starke Tarifverträge. “