Pläne des Vorstands vorerst durchkreuzt Kampf um die Zukunft von Volkswagen geht weiter

Die Pläne des Volkswagen Vorstands für Werksschließungen und einen tiefgreifenden Konzernumbau sind vorerst gestoppt. Entwarnung gibt es trotzdem nicht. Die Zukunft mehrerer Standorte, zehntausender Arbeitsplätze und die Frage künftiger Investitionen bleiben umkämpft.

IG Metall-Fahne vor VW-Logo

7. September 2026 7. September 2026


Jetzt kommt es auf eine starke gemeinsame Interessenvertretung an.

Nach den Beratungen im Volkswagen Aufsichtsrat ist klar: Eine Schließung der Werke in Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau wurde nicht beschlossen. Auch die geplante gesellschaftsrechtliche Herauslösung wesentlicher Unternehmensteile aus der Volkswagen AG, der sogenannte Carve out, ist vom Tisch. Damit bleiben auch die besonderen Mitbestimmungsrechte bei Volkswagen unangetastet. Das ist ein wichtiger Erfolg der Arbeitnehmerseite.

Aber die Auseinandersetzung ist damit nicht beendet. Der Vorstand sieht für einzelne Werke über 2030 hinaus derzeit keine neuen Volkswagen Fahrzeuge vor. Der Aufsichtsrat hat diese Planung lediglich zur Kenntnis genommen. Eine Zustimmung zur langfristigen Aufgabe von Standorten ist damit ausdrücklich nicht verbunden. Für IG Metall und Betriebsrat bleibt deshalb entscheidend: Die Werke brauchen Produkte, Investitionen, neue Technologien und eine langfristige industrielle Perspektive.

Auch beim Thema Beschäftigung gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Einen Beschluss zum Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen gibt es nicht. Die Zahl ergibt sich aus den Berechnungen des Vorstands für seinen Zukunftsplan 2030 und das angestrebte Renditeziel von neun Prozent. Für Deutschland steht dabei eine Größenordnung von rund 25.000 zusätzlichen Stellen im Raum. Welche Arbeitsplätze, Standorte oder Bereiche konkret betroffen sein sollen, ist bislang offen.

Genau deshalb beginnt die eigentliche Auseinandersetzung jetzt. Maßnahmen, die Arbeitsplätze, Standorte oder tarifliche Bedingungen betreffen, kann der Vorstand nicht einfach allein durchsetzen. Je nach Thema müssen der Aufsichtsrat, die Betriebsräte und die IG Metall beteiligt werden. Für uns ist klar: Neue Geschäftsfelder können sinnvoll sein und zusätzliche Perspektiven schaffen. Sie dürfen aber bestehende Produkte, Investitionszusagen und industrielle Substanz nicht ersetzen. Unser Ziel bleibt, Beschäftigung und Wertschöpfung an den Standorten dauerhaft zu sichern.

 Am 21. September setzen Beschäftigte aus Automobilherstellern, Zulieferbetrieben und der gesamten Lieferkette deshalb bundesweit gemeinsam ein Zeichen. Denn Angriffe auf Arbeitsplätze, Tarifstandards und Mitbestimmung betreffen nicht nur einzelne Betriebe. Sie betreffen uns alle.

 In den Marken getrennt, in der IG Metall vereint. Gemeinsam kämpfen wir für unsere Zukunft.



Der Kampf um unsere Zukunft geht weiter!